88-Jähriger stirbt bei Wohnhaus-Brand
14.01.2010 -
Von unserem Redakteur Jürgen Wegner
Bei einem Brand in der Rossinistraße in der Maichinger Landhaussiedlung ist gestern Morgen ein 88-Jähriger ums Leben gekommen. Kurz nachdem das Feuer ausbrach, hatte der pflegebedürftige Mann über einen Notrufmelder Familienangehörige im angrenzenden Gebäude um Hilfe gerufen. Zu retten war er da schon nicht mehr.
Als Nachbarn um 4.26 Uhr die Feuerwehr riefen, versuchte der Schwiegersohn des Toten in die Wohnung zu gelangen. Es blieb beim Versuch, eine echte Chance hatte er nicht. „Die Wohnung brannte lichterloh. Der Mann hat alles richtig gemacht“, sagt Polizeisprecher Uwe Vincon.“
Trotz der widrigen Straßenverhältnisse dauerte es nur neun Minuten, bis die Maichinger Feuerwehr mit vier Fahrzeugen und 34 Feuerwehrleuten vor Ort war. „Seit Freitag sind die Wagen im Kreis Böblingen mit Schneeketten bestückt. Das zahlt sich bei den nicht geräumten Nebenstraßen aus. Außerdem mussten die Feuerwehrleute ja auch mitten in der Nacht erst einmal in die Zentrale“, sagt Maichingens Feuerwehrsprecher Sascha Luft.
Die Decke stürzt ein
Die Schwesterabteilung aus Sindelfingen rückte kurz darauf mit acht Fahrzeugen und 32 Feuerwehrleuten an. Ein Angriffs-trupp der Feuerwehr drang sofort mit schwerem Atemschutzgerät in die Wohnung ein und versuchte, ins brennende Schlafzimmer zu gelangen. Weil die Decke zum Teil herunterstürzte, musste die Feuerwehr dies vorerst abbrechen. Ein zweiter Trupp bekämpfte den Brand von außen durch das Zimmerfenster.
Zeitgleich galt es, das angrenzende Gebäude, in dem Familienangehörige des Mannes leben, vor den Flammen zu schützen. „Drei weitere Löschtrupps errichteten zwischen den Gebäudeteilen eine Wasserwand, damit das Feuer nicht übergreift“, sagt Stadtbrandmeister Wolfgang Finkbeiner. Von der Rückseite des Bungalows aus und mit der Drehleiter über das Dach bekämpften sie die Flammen. Nachdem das Feuer in der Brandwohnung gelöscht war, starteten die Feuerwehrleute einen zweiten Versuch, um zum 88-Jährigen vorzudringen. Zu diesem Zeitpunkt war dieser bereits tot. Um 5.15 Uhr war das Feuer gelöscht.
Im Schlaf überrascht?
Neben den beiden Feuerwehren aus Sindelfingen und Maichingen rückten auch die Kollegen aus Leonberg mit einem Spezialfahrzeug aus. Sie schafften einen Container herbei, in dem sich die Einsatzkräfte kurzzeitig aufwärmten. Außerdem richtete das Deutsche Rote Kreuz, das mit sechs Fahrzeugen und 14 Rettern vor Ort war, hier eine Verpflegungsstelle ein.
Brandermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg suchen seit gestern Vormittag nach der Brandursache. Wahrscheinlich ist das Feuer im Schlafzimmer des Bungalows ausgebrochen. Die Kriminalpolizei vermutet, dass der Mann im Schlaf vom Feuer überrascht wurde, sich wegen einer Gehbehinderung aber nicht mehr selbst retten konnte.
Ob die Tragödie mit einem anderen Warnsystem zu verhindern gewesen wäre, ist ebenfalls nicht klar. Wolfgang Finkbeiner: „Es gibt moderne Rauchmelder, die untereinander kommunizieren.“ Das bedeutet: Wenn in einem Haus mehrere Melder installiert sind, schlagen alle an. Egal, welcher davon zuerst angeschlagen hatte. „Der Vorteil ist, dass man ein Feuer dann überall sofort mitbekommt – der Nachteil, dass damit noch lange nicht klar ist, wo es ausbrach.“
Über die Drehleiter bekämpfen die Feuerwehrleute die Flammen und verhindern, dass sie auf das Nachbargebäude übergreifen. Bilder: Stampe
Unter schwerem Atemschutzgerät kämpfen sich die Männer bis zum Schlafzimmer vor.


